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Den Kopf einfach freilaufen

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Als uns die Corona-Pandemie im März 2020 mehrere Striche durch die Rechnung machte und Vereinssport nicht möglich war, musste ich bei meiner sportlichen Freizeitbetätigung anderweitig aktiv werden. Von heute auf morgen kam mir der Gedanke, dass Sport im Freien zur Abwechslung ganz angenehm sein könnte. Heute gehört Joggen für mich einfach dazu. 

Wohltat

Schließlich kann man draußen viel besser durchatmen und die Natur genießen, die Kreativität wird zudem gefördert. Ich begann, ein paar Runden durch meinen Heimatort Bad Rappenau zu laufen, übers Feld, durch den Wald, die Nachbarortschaft und wieder zurück. Anfangs war ich allein unterwegs, obwohl ich es durch meine Mitgliedschaft in Vereinen gewohnt bin, mit anderen gemeinsam Sport zu machen. Aber dann ergab es sich, dass meine Sandkastenfreundin Sarah und ich uns regelmäßig zum Laufen verabredeten. Wir starteten bei fünf bis sechs Kilometern – mittlerweile treffen wir uns dreimal die Woche und joggen abwechselnd auf drei unterschiedlichen Strecken zwischen acht und zehn Kilometer. Wenn wir Sport treiben, können wir uns gut unterhalten und uns vor allem öfter sehen. Und wenn wir einmal nicht zusammen losgehen können, laufe ich alleine oder in Begleitung meiner Schwester, die auf dem Rad und mit einer Musikbox neben mir herfährt.  

Was das Laufen mit Sarah und mir macht? Wir können abschalten und dem Alltagsstress entfliehen. Beim Joggen habe ich die Zeit, über den Tag nachzudenken und in mich zu gehen. Gerade zu Homeschooling-Zeiten war es eine reine Wohltat, vom Schreibtisch wegzukommen und den Kopf freizulaufen.  Es hilft beim Abreagieren, wir schöpfen Kraft und tanken Sonne. Selbst ein bisschen Regen, Wind und Kälte halten uns nicht vom Laufen ab, und auch im Winter sind wir unterwegs. Deshalb sind wetterfeste Sportkleidung und gutes Schuhwerk unverzichtbar. 

Eingespieltes Team

Wenn es doch mal vorkommt, dass sich die Motivation vor dem Laufen in Grenzen hält, überwiegt immer, dass wir zu zweit sind. Sobald wir loslaufen, wandelt sich unsere Stimmung ins Positive. Sarah und ich sind ein eingespieltes Team. Wir haben dasselbe Tempo, können nebenher miteinander reden, ohne außer Atem zu sein. Unsere Gesprächsthemen drehen sich um alles, was uns beschäftigt, zum Beispiel gesunde Ernährung. Während dem Sport denken wir oft an leckere Mahlzeiten. Dadurch, dass wir regelmäßig Sport treiben, können wir sie umso mehr genießen. Dabei spüren wir beide deutlich, dass diese Art von Bewegung sich positiv auf unser Körper- und Selbstbewusstsein auswirkt. Wir fühlen uns fitter, wir steigern unsere Ausdauerfähigkeit und sind glücklicher. Ein positiver Nebeneffekt war und ist, dass wir ein bisschen an Gewicht verloren haben, auch wenn das nicht unser Ziel war. 

Bemerkenswert ist, dass meine Einstellung zu manchen Dingen sich im Laufe der letzten Zeit gebessert hat. Ich bin positiver gestimmt und ausgeglichener. Hin und wieder haben wir Hügel oder Steigungen auf unserer Route, bei denen wir mehr oder weniger aus der Puste sind, aber das macht uns nichts aus, da wir uns gegenseitig anspornen und uns freuen, wenn wir oben angekommen sind. Ansonsten ist es toll, dass der Sport keinerlei Aufwand mit sich bringt, denn wir laufen einfach drauf los und sind froh, wenn wir am Ende unsere Uhr stoppen und unsere Kilometer zusammenhaben.

Dabei stressen wir uns nicht. Es geht uns darum, von daheim rauszukommen, für uns und unsere Körper etwas Gutes zu tun und um die Zeit, die wir gemeinsam verbringen. Fest steht, dass wir das Laufen beibehalten werden – und vielleicht melden wir uns in absehbarer Zeit für einen Halbmarathon an.      

Tipps

Laufanfängern würde ich raten, einfach draufloszulaufen und sich nicht von anderen beirren zu lassen. Man sollte nicht übertreiben, sondern auf seinen Körper hören, aber sich schon etwas herausfordern. Schließlich möchte man sich auch steigern und es geht darum, durchzuhalten. Laufen ist nicht kompliziert, man benötigt dazu lediglich seinen Körper, seinen Willen und eine an das Wetter angepasste Kleidung.

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