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Heilbronner Klarinettenchor Maripo gewinnt Filmpreis

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Die Pandemie hat Kulturschaffende unfreiwillig dazu gebracht umzudenken, zu experimentieren und manchmal neue Wege auszuprobieren. Auch der Klarinettenchor Maripo von der Musikschule Heilbronn konnte während Corona über Monate nur online gemeinsam musizieren – kein Vergleich zum eigentlichen Präsenzunterricht. Die insgesamt 23 Schülerinnen und Schüler zwischen acht und 20 Jahren haben sich deshalb im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrer Lehrerin Marion Potyka ein Projekt überlegt. Herausgekommen ist der sechsminütige Kurzfilm „Walking The Dog“, mit dem der Chor jetzt den dritten Platz beim Bundesfestival Junger Film in der Kategorie Newcomer gewonnen hat. 

Eigenregie

Benannt nach dem gleichnamigen Lied von US-Komponist und Pianist George Gershwin ist „Walking The Dog“ eine filmische Reise in die 1920er Jahre, eingefangen in der typischen Schwarz-Weiß-Ästhetik. „Im Charlie-Chaplin-Stil“, wie es Klarinettist Timor Topcu beschreibt. Gedreht wurde 2020 in Heilbronn auf dem Alten Friedhof und im Pfühlpark. „Der Film zeigt einige Szenen im Park, ist eine Liebesgeschichte mit Witz und Tragödie“, fasst es Phalgooni Ray zusammen. „Der Film soll unbeschwert sein und weniger gesellschaftskritisch. Das Wesen der Musik soll sich widerspiegeln, die Klarinette steht im Vordergrund“, so die 20-Jährige. 

Entstanden ist der Streifen aus dem geplanten Theaterstück „Klarinette grenzenlos“, das der Chor wegen der Corona-Pandemie jedoch nicht aufführen konnte. „Die verrückten Einfälle kommen immer von unserer Lehrerin“, sagt Phalgooni Ray und lächelt. Von der Idee bis zum fertigen Film – über mehrere Monate hat der Klarinettenchor, den es schon seit mehr als neun Jahren gibt, an dem Projekt gearbeitet. Die Musik wurde selbst eingespielt, auch das Schauspiel, die komplette Planung sowie Kamera, Ton und der Schnitt wurden von den Schülern in Eigenregie übernommen. „Die 20er- Jahre-Outfits haben wir aus unserem Umfeld bekommen, meistens von den Eltern oder den Großeltern“, erzählt Fiona Ficht. 

Begeistert vom Endergebnis reichte der Chor den Film in diesem Jahr beim Festival im Saarland ein. „Aufgrund der großen Konkurrenz sind wir ohne Erwartungen zur Preisverleihung gefahren. Als wir gewonnen hatten, waren wir erst einmal überwältigt “, sagt Topcu, der wie alle anderen Mitglieder immer wieder den Gemeinschaftssinn des Chors unterstreicht. „Das Ganze hat eine enorme Gruppendynamik. Jeder bringt mit seiner Individualität und seinen Fähigkeiten etwas ein“, sagt Marion Potyka. Ein nächstes Projekt hat der Chor auch schon geplant: Für das Programm von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ tüfteln die Schüler an einem Klezmer-Tanz-Projekt mit Grundschulen. 

Das Festival

Das Bundesfestival Junger Film findet seit 2018 im saarländischen St. Ingbert statt. Mit einem Preisvolumen von 20 000 Euro, das an Kurzfilme mit einer Länge bis zu 29 Minuten vergeben wird, und über 50 Filmen im Wettbewerb ist es eines der größten deutschsprachigen Kurzfilmfestivals im Nachwuchsbereich. Die Ausrichtung des Festivals erfolgt überwiegend mit finanziellen Mitteln aus dem Kulturetat der Stadt St. Ingbert. 

 

 
 
 
 
 
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