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Kamera läuft, Ton läuft – und bitte!

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„Denkt an die Sprechpausen.“ Melanie Müller-Ittstein instruiert noch kurz die beiden Darsteller Leon Pelz und Finn Schöwing. Dann macht die Regisseurin eine letzte Ansage ans Team: „Ruhe bitte, wir drehen...und bitte!“ Kamera und Ton laufen. Es geht los. Die beiden Schauspieler sitzen auf einer Bank am Michaelsberg in Cleebronn und sollen in ihren Rollen ein ruhiges Gespräch miteinander führen. Ein paar Anläufe braucht es dafür. Mal kommt Müller-Ittstein ein Blick nicht genug zur Geltung, mal möchte sie, dass ein Satz mit einem anderen Tempo gesprochen wird. Obendrein ist es an diesem Nachmittag im August ziemlich windig, eine Herausforderung für den Ton.

Miniserie

Auf zwei Bildschirmen verfolgt die Regisseurin, die ein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg absolviert hat, was vor der Kamera passiert. Schließlich ist sie zufrieden mit dem Ergebnis. Zuschauer werden die Szene später in einer neuen Folge der Miniserie „Das Internat“ sehen können. Seit zwei Staffeln erzählt der bunte Genremix, der vor allem auf ein junges Publikum setzt, vom Alltag von Schülern und Lehrern in einer schwäbischen Elite-Anstalt. Nun wird die dritte Staffel gedreht. Gut 30 Tage sind dafür in Cleebronn vorgesehen. Dort im Jugendhaus auf dem Michaelsberg befindet sich wieder der Schwerpunkt der Produktion, aber auch in der Umgebung haben die Serienmacher dieses Mal Locations für ihre Geschichte gefunden, darunter etwa in Bönnigheim, Güglingen, Stuttgart. Vier Episoden spielen außerdem in Salzburg.

Weil etwa 13 Szenen jeweils am Ende eines Tages im Kasten sein müssen, ist an diesem Nachmittag noch lange nicht Schluss. Im Jugendhaus wird bereits der nächste Schauplatz vorbereitet. Heute geht es um Szenen rund um einen Tag der offenen Tür, der im Internat stattfindet, erklärt Müller-Ittstein. „Es geht aber auch darum, wie man mit Konflikten umgeht, also wie man diese löst, ohne seiner Aggression freien Lauf zu lassen“, sagt sie.

Gastauftritte

Neue Figuren und neue Cameos, also kurze Gastauftritte: „Man kann sich auf Abwechslung freuen“, verspricht die Regisseurin, „die neuen Charaktere, die wir eingeführt haben, haben alle eine Funktion. Wir wollen Awareness schaffen für Diversity“, sagt Müller-Ittstein. Soll heißen: Man möchte auf die gesellschaftliche Vielfalt aufmerksam machen.

Daneben sind aber auch bereits bekannte Gesichter zu sehen, etwa TV-Moderatorin Sonya Kraus als Internatsleiterin Susanne Meyer-Stäblein oder Schauspielerin und Sängerin Lea Mirzanli, die die Schülerin Ella Brentano spielt. Deren harte Schale sei vielleicht nicht so einfach zu knacken, erklärt die 22-Jährige während einer Pause im Freizeitraum des Jugendhauses. „Aber Ella ist immer am Start, wenn es darum geht, anderen zu helfen.“ Wie viel Improvisation vor der Kamera möglich ist? „Wir halten uns schon an den Text, aber wenn wir merken, dass unsere Rolle das so nicht sagen würde, können wir schon mal ein Wort tauschen oder einen Satz umstellen“, erklärt Mirzanli, die für die dritte Staffel übrigens einige neue amouröse Abenteuer der Figuren ankündigt.

Drehplan

Dass eine Szene spontan vorgezogen wird, kommt regelmäßig vor, verrät Lenny Heller, der sich gerade über seinen Drehplan beugt. Als Regieassistent hat er den gesamten Ablauf im Blick und weiß, was man beispielsweise anstatt einer Außenszene, die wegen schlechten Wetters ins Wasser fällt, als nächstes drehen kann. Zwar wird die Geschichte nicht in chronologischer Reihenfolge gefilmt, für den Zuschauer muss es hinterher allerdings so aussehen. Vom Aufwand, der dafür unter Umständen betrieben werden muss, bekommt er vor dem Bildschirm nichts mit. „Die Crew ist gut eingespielt, hier weiß jeder, was er zu tun hat“, sagt Heller und ergänzt: „Jeder Tag, an dem wir nicht drehen können, wäre eine finanzielle Last.“

Wohl auch darum sind die Sicherheitsvorkehrungen bezüglich des Coronavirus hoch. Wer zum Set will, muss einen negativen PCR-Test vorweisen und vor Ort außerdem noch einen Schnelltest durchführen. Alle, die nicht gerade vor der Kamera stehen, tragen eine Maske. Je nach Impf- und Teststatus der Beteiligten gebe es unterschiedlich abgestufte Regeln, führt Sebastian Lang von den Pantaflix Studios aus. „Bei einem vollgeimpften Set hat man zum Beispiel viele Erleichterungen, fast Zustände wie früher. Sobald eine Person nicht geimpft ist, gilt sofort höchste Sicherheitsstufe.“

 

 

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