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Mit der Einsicht fängt es an

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Ein älterer Herr fragt, ob er auch so einen Stoffbeutel haben kann. „Wenn Sie mir dafür Ihre Plastiktüte geben, gerne“, antwortet Rebekka Rau von der Geschäftsstelle des Heilbronner Jugendgemeinderats. Diesen Tausch geht er doch gerne ein und freut sich. „Wir hatten die Aktion schon vor zwei Jahren, da sind wir kaum hinterhergekommen, aber heute sehen wir kaum Plastiktüten“, stellt Rau fest. An sich ja ein gutes Zeichen. Es tut sich was in Sachen Nachhaltigkeit, und damit es noch mehr wird, präsentierten sich am Freitag 24 Gruppen aus Heilbronn und Umgebung beim Nachhaltigkeits- und Energiewendetag auf dem Kiliansplatz.

Vorbild

„Jede Tat zählt“ ist der Tag überschrieben und deswegen möchten die Gruppen zum Mitmachen, aber einfach auch zum Nachdenken anregen, darüber, das eigene Handeln zu hinterfragen. „Es geht um die großen Themen Energiewende und Klimawandel, davon kann keiner unberührt bleiben“, stellt Bürgermeister Martin Diepgen fest. Auch wenn die Stadt eine Vorbildfunktion einnehme, könne der Wandel nur durch eine Gemeinschaftsleistung der gesamten Gesellschaft gelingen. „Der größte Schritt kommt aus der Einsicht heraus, die ist das beste Fundament und hier nutzen die Gruppen vielfältige Möglichkeiten, diese fällige Einsicht zu vermitteln.“ Nur daraus entstehe eine Einstellung, die wiederum Handlungen hervorrufe, die das Klima schützen.

Die Einsicht haben Pia, Laura und Emma schon. Die drei Zwölfjährigen engagieren sich bei der Schülerfirma Changemaker am Friedrich-von-Alberti-Gymnasium in Bad Friedrichshall. „Wir wollen uns für eine bessere Zukunft einsetzen“, erklärt Laura. Pia ergänzt: „Wir wollen auch Politikern ein Vorbild sein, die machen ja nicht immer alles, was die Wissenschaftler für sinnvoll halten.“ Dazu lernen kann man aber immer, deswegen geht das Trio die großen Füße mit Fragen darauf ab, um seinen ökologischen Fußabdruck zu bestimmen. Je nach Antwort auf alltägliche Fragen gibt es verschiedene Punkte und am Endergebnis sieht man, wie viele Planeten es bräuchte, wenn man so weiter macht. „Geräte ausstecken mach ich nie“, gibt Pia zu. James Iga, Organisator von „Bildung trifft Entwicklung“, beruhigt: „Es gibt keinen, der alles macht, auch ich schaffe nicht nur einen Planeten.“ Er wäscht sich die Hände zum Beispiel immer mit warmem Wasser. „Da hab ich vorher nie drüber nachgedacht und so wie mir geht es den Leuten auch, sie fangen an zu überlegen.“ Einfach so weiterleben und über den Klimawandel meckern geht halt nicht, jeder kann es etwas beitragen.

Vielfalt

Seit 2012 gibt es den Nachhaltigkeits- und Energiewendetag Baden-Württemberg, 2014 hatte die Lokale Agenda Heilbronn den ersten in der Käthchenstadt mit sechs Ständen organisiert. Jetzt sind es schon 24 und die Vielfalt bei dem Thema ist enorm. Es geht um reparieren statt wegwerfen, Lebensmittel retten, unverpackt oder solidar kaufen, Solarpaneele auf dem eigenen Dach oder Mitglied bei der Energiegenossenschaft werden, aber vor allem eben ganz viel um Anregungen zum Nachdenken. In Leingarten gibt es The Honu Movement, eine gemeinnützige Organisation, die auf den Philippinen von Einheimischen Plastik aus dem Meer sammeln lässt. Für jedes gekaufte Produkt wie T-Shirts oder Zertifikate werden drei Kilo Müll gesammelt, 2020 waren das bereits 273 456 Kilogramm. Nachhaltigkeit ist eben ein globales Thema.

 

 

 

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