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„Straku“ bringt Kultur in den Neckarbogen

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Entspannt liegen viele Zuhörer vor der Fährlebühne am Neckaruferpark im Gras und saugen die letzten Sonnenstrahlen des Spätsommers auf. Im Hintergrund spielt die Esslinger Band „PHI“ einen bunten Mix aus Soul, Funk und Rock. Die Band ist eine von mehreren Künstler- und Schauspieltruppen, die am Samstag beim ersten Heilbronner Straßenkunstfestival, kurz „Straku“ genannt, für reichlich gute Unterhaltung sorgten.

Inklusiv

„Das ist das erste inklusive Straßenkunstfestival Deutschlands, deshalb können die Heilbronner schon ein wenig stolz auf sich sein“, sagt der Veranstalter Philipp Falser bei der Eröffnung des Festivals auf der Fährlebühne. Die unterschiedlichsten Künstler füllen das zum Teil interaktiv gestaltete Programm, bei dem die Besucher selbst entscheiden können, wie sie einen Auftritt wahrnehmen möchten. Zum Beispiel, ob sie den Vortrag des Poetry-Slammers Romeo Kühn lieber nur sehen oder zusätzlich auch noch hören möchten. Der junge Künstler ist taub und präsentiert seine Texte in Gebärdensprache. Per Funkkopfhörer werden die Texte für das Publikum live vertont.

Für das Straßenkunstfestival bedeutet inklusiv, dass dort auch ganz selbstverständlich Künstler zu sehen sind, die mit einer Behinderung leben. Die Ausschreibung zur Teilnahme am Festival war so gehalten, dass sich sowohl Menschen mit als auch ohne Einschränkung als Künstler bewerben konnten. „Das „Straku“ im Neckarbogen ist ein Kultur- und Stadtfestival des Miteinanders. Menschen mit Beeinträchtigung sind als Künstlerinnen und Künstler, als Festival-Helfer, als Zuschauer und auch bei der Konzeption im Vorfeld dabei. Mit Kunst, Kultur und Unterhaltung bringt das „Straku“ Menschen zusammen. Wir wollen, dass ein Wir-Gefühl entsteht und das Festival zukünftig Teil der Stadt-DNA wird“, erklärt Falser in einer Mitteilung.

Buntes Programm

Auch aus diesem Grund ist das Programm des Festivals an diesem Nachmittag so vielseitig wie die Menschen selbst. Vom Theaterstück bis hin zur Straßenmalerei oder Einrad-Akrobatik ist einiges an Straßenkunst geboten. Die unterschiedlichen Vorstellungen folgen Schlag auf Schlag, der Floßhafen am Wasserspielplatz des Karlssees dient dabei unter anderem als Bühne und ist voll besetzt. So zeigt Janna Wohlfahrt in ihrer eigenen Janna-Cycle-Show dem Publikum, was man erreichen kann, wenn man seit vielen Jahren trainiert. Mühelos balanciert sie auf einem meterhohen Sattel und jongliert dabei noch Hüte. Für so viel Körperbeherrschung spenden die erstaunten Zuschauer reichlich Beifall.

Gleich im Anschluss präsentiert das Straßentheaterensemble „Companie Paradox“ aus Ravensburg verschiedene menschliche Charaktere. Das Maskentheater kommt ohne Dialoge aus und arbeitet rein mit der Körpersprache seiner Darsteller. So zeigt das Ensemble zum Beispiel einen Polizisten, der eine Gruppe ungewöhnlich aussehender Jugendlicher mit einem Platzverweis belegt, im nächsten Moment aber selbst zur Bierflasche greift und sich auf der Parkbank niederlässt.

Im kommenden Jahr soll das Straßenkunstfestival in größerem Stil stattfinden. Der diesjährige Auftakt mit einem Nachmittag sollte als kleine Vorpremiere dienen. 2022 soll das Festival auf sieben verschiedenen Bühnen stattfinden und zwei Tage dauern. „Wir wollen das Festival und das Gelände am Neckarbogen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu einem Ort des Miteinanders aller Heilbronnerinnen und Heilbronner und aller Besucher machen“, so Falser.

 

 

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