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Von der heimischen Wiese auf den Teller

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Morgens Äpfel und Zwetschgen auf der Streuobstwiese aufklauben, später süßen Most pressen, das Obst zusammen mit weiteren Zutaten in Zusammenarbeit mit dem Bio-Spitzenkoch zu regionalen Gaumenkitzlern veredeln – und dabei jede Menge Hintergründe über Anbau und Verarbeitung heimischer Lebensmittel erfahren: Beim ersten Seminartag der neuen Hohenloher Lebensmittelschule in der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell haben elf Azubis aus den Bereichen Hotel, Küche, Service und Hauswirtschaft jede Menge Neues und Nachhaltiges gelernt und erlebt. So war für Koch-Azubi Elias Dietrich (Hotel Hohenlohe) „besonders interessant, mit so vielen Kräutern und Gewürzen zu arbeiten und von der Wiese bis zum fertigen Teller den Weg eines Lebensmittels zu verfolgen“, während es Kollegin Lena Häfner imponiert hat zu sehen, „wie man Produkte so verwendet, dass möglichst wenig Abfall entsteht“.

Respekt

Dass „Ernährung mehr ist als satt zu werden“ und es wichtig ist, „respektvoll und nachhaltig“ zu leben, betonte Landrat Matthias Neth bei der Premiere: „Ich hoffe, wir haben Sie als junge Menschen auf den Geschmack gebracht“, sagte er zu den elf Azubis. Schirmherrin Friedlinde Gurr-Hirsch: „Sie sind unsere Hoffnung, wir brauchen Sie dringend.“ Für die Vorsitzende von Pro Region Heilbronn-Franken ist es „wichtig, Gerichte, die bald keiner mehr kennt, an die Jungen weiterzugeben, sonst stirbt irgendwann eine ganze Esskultur aus“. Angesichts von „zwölf Millionen Tonnen verschwendeter Lebensmittel pro Jahr“ müsse man wieder lernen, „Produkte ganz zu verwenden“. Sie forderte Speisekarten mit nachhaltigen Produkten „jenseits der „scheinbaren Premiumprodukte“. Nötige Kompetenzen dafür könne man in der Hohenloher Lebensmittelschule erwerben. Nicht zuletzt leiste diese einen Beitrag zur „kulturellen Identität der Region“.

Geschmack

Für eine Rückbesinnung auf nachhaltig erzeugte heimische Lebensmittel und ihren besonderen Geschmack plädierte Adelheid Andruschkewitsch, die Initiatorin der neuen Einrichtung: Wer diese Produkte am Entstehungsort kennenlerne, könne dem Gast auch eine „Geschichte zum Produkt“ liefern. Dabei lohne es sich, das nötige „Wissen und Können an die nachfolgende Generation weiterzugeben“, um die regionalen Lebensmittel aus „ihrem Dornröschenschlaf“ zu holen. Mit den Ergebnissen des ersten Seminartages zeigte sie sich sehr zufrieden: „Die Azubis haben schwer geschafft.“

Das bestätigte auch ihr Mann, Spitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch: „Es hat richtig Spaß gemacht.“ Ihm ist es wichtig, dass die Azubis „sehen, was man Gutes aus regionalen Zutaten machen kann, und das dann vielleicht auch in ihre Betriebe rüberbringen“. Als „persönliche und berufliche Horizonterweiterung“ wertete Margit Ratke vom Landwirtschaftsamt in Ilshofen die Hohenloher Lebensmittelschule. Ratkes Fazit: „Über allem steht das Ziel, bis 2030 den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf 30 bis 40 Prozent zu erhöhen.“ Zu welch vielfältigen und geschmacksstarken Gerichten die Azubis heimische Zwetschgen und Äpfel verarbeitet haben: Davon konnten sich die Besucher im Anschluss dann natürlich auch selbst überzeugen. Durchweg gemundet hat es Dehoga-Vertreterin Angelika Walter-Hertweck, Chefin der Sindringer „Krone“. „Besonders aber die Kaninchenterrine mit Pflaumen.“ Für sie „hilft die Hohenloher Lebensmittelschule mit, den Beruf attraktiver zu machen und den Azubis ein besonderes Event zu bieten“.

 

 

 

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