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Alles Fake?

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Markenartikel von Adidas, Joop oder Gucci für wenig Geld kaufen? In vielen Online-Shops ist das möglich. Doch Vorsicht: Einige Anbieter verkaufen Fälschungen. Und die sind nicht nur illegal, sondern zum Teil auch hochgiftig. Egal ob Bekleidung, Elektroartikel oder Sportausrüstung: Wenn ein zum Beispiel im Internet angebotenes Produkt nur einen Bruchteil des normalen Preises kosten soll, muss man als Kunde genauer hingucken - denn oft handelt es sich dann um Fälschungen. Die wiederum kommen sehr oft aus China. 
Produktpiraterie ist ein großes Geschäft mit einer riesigen Gewinnspanne. Der Diebstahl von geistigem Eigentum durch China ist eine der Triebfedern des aktuellen Handelskonflikts mit den USA. Das Fälschen von Produkten ist in China offiziell verboten. Dennoch stammen laut einer 2016 veröffentlichten OECD-Studie 63 Prozent aller Fälschungen aus der Volksrepublik. Andere Schätzungen gehen von bis zu 80 Prozent aus. 

Stimmt!-Schreiber Julian Ruf hat sich in der Heilbronner Innenstadt umgehört: Wer hat schon einmal gefälschte oder nachgemachte Ware gekauft? Wie denken Jugendliche darüber – geht gar nicht oder warum nicht, wenn es doch so viel billiger ist? 

 

Alina Krottenthaler, 14, Schülerin, Heilbronn

"Ich habe mir noch nie etwas gefälschtes gekauft. Ich wüsste jetzt spontan auch gar nicht, wie ich an so etwas herankommen sollte. So gesehen war ich auch noch nie von nachgemachten Produkten enttäuscht. Sollte mir aber mal etwas zufällig gefallen, würde ich es eventuell trotzdem kaufen, auch wenn ich wüsste, dass es kein Original-Markenprodukt ist. Ich habe zwar schon mal davon gehört, dass gerade die Qualitätskontrollen bei solchen Produkten nicht wirklich vorhanden sind, aber Sorgen bereitet mir das nicht."

 

Dominique Pierro, 17, Schüler, Bad Friedrichshall

"Im Internet habe ich mir ein paar Mal nachgemachte Markenkleidung bestellt, auf Ebay um genau zu sein.  Probleme gab es überhaupt keine, auch nicht mit dem Zoll oder ähnliches.  Ich muss allerdings zugegeben, dass die meisten dieser Klamotten schlecht gemacht waren. Da kommt es wohl immer darauf an, was man erwischt.  Über die Arbeitsbedingungen der Menschen, die solche Produkte nachmachen, kann ich nichts Genaues sagen. Ich hoffe aber, dass deren Bosse sich etwas dabei denken und die Arbeiter dann von etwas leben können. Im Endeffekt ziehe ich aber natürlich Markensachen vor, da es einfach fairer ist für alle Beteiligten."

 

Hannes Krause, 23, Hotelfachmann, Heilbronn

"Wissentlich habe ich mir auf keinen Fall schon einmal Fake-Produkte gekauft. Ich würde immer ein Markenprodukt vorziehen. Da kann man sich einfach sicherer sein, dass die Qualität und die Verarbeitung stimmen. Bislang habe ich noch nicht davon gehört, dass es gesundheitliche Risiken mit Fake-Produkten geben kann und folglich auch noch nicht darüber nachgedacht. Ich wäre aber der Meinung, dass etwas mehr vom Staat unternommen werden sollte, falls das Problem zu große Ausmaße annimmt."

 

Moesha Felsing, 14, Schülerin, Heilbronn

"Im Urlaub in Thailand habe ich mir eher unbewusst mal gefakte Klamotten gekauft. Ich muss zugegeben, dass ich auch nicht drauf geachtet habe. Ich achte aber auch generell nicht auf Marken, die Sachen müssen mir persönlich gefallen. Im Internet bestelle ich daher eher auch nichts. Von gesundheitlichen Risiken habe ich zumindest schon gehört. Probleme hatte ich selbst aber noch nie."

 

Maya Schuba, 16, Schülerin, Heilbronn

"Mir wurden gefälschte Sachen aus dem Ausland mitgebracht, von wo kann ich nicht mehr genau sagen, hauptsächlich Kleider. Mit dem Zoll gab es wohl keine Probleme. Ich selbst würde sowas zwar nicht aus dem Ausland mitbringen, würde aber auch nicht ausschließen, dass ich mir nie gefälschte Klamotten oder Elektronik kaufen würde. Momentan kann ich aber sagen, dass ich immer das Original nehmen würde, wenn es möglich ist. Es ist doch heutzutage so, dass bei allen Klamotten mit viel Chemie gearbeitet wird, ganz egal, ob es echt oder nachgemacht ist. Es gibt aber bestimmt auch sehr gute Fälschungen, die dem Original in nichts nachstehen."

 

Sara Staiano, 15, Schülerin, Heilbronn 

"Ich habe mir leider schon mal gefälschte Kleidung gekauft. Wie vermutlich viele im Urlaub. Im Internet selber bestelle ich nichts. Manchmal ist man mit den nachgemachten Sachen zufrieden und manchmal nicht. Da ist es auch egal, um was es sich handelt. Es gibt eben gute und schlechte Sachen. Ich habe zwar noch nicht von gehört, dass solche Klamotten schlecht für die Gesundheit sein können, aber ich glaube es sofort."

 

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